Dienstag, 27. September 2011

Der überforderte Webworker: Google Analytics und der Datenschutz

Google Analytics und der Datenschutz - oder: Google als Datenkrake? Eigentlich ist der kostenlose Dienst "Google Analytics" eine prima Sache. Webseitenbetreiber können so herausfinden, wo der Besucher herkommt, wie lange die Verweildauer auf jeweiligen Seite war, welche Suchbegriffe in Suchmaschinen verwendet wurden etc.

Daneben bietet Google Analytics die Integration der Benutzeroberfläche von "Google Adwords" um eine bessere Erfolgskontrolle von Google Adwords- Kampagnen zu ermöglichen.

Also eigentlich ein gutes und noch dazu kostenloses Tool, um Webseiten zu optimieren. Eigentlich.

Aus Sicht des Datenschutzes ist Google Analytics allerdings umstritten. Denn Google sei damit in der Lage, ein umfassendes Benutzerprofil von Webseitenbenutzern zu erstellen. Hat ein Nutzer einen anmeldepflichtigen Google-Dienst verwendet, dann kann dieses Benutzerprofil auch einer bestimmten Person zugeordnet werden.

Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben; denn das Telemediengesetz in Deutschland (genauer: § 12 Abs. 1 TMG) lässt eine Verarbeitung von personenbezogenen Daten nur dann zu, wenn die Person vorher zugestimmt hat oder eine gesetzliche Ermächtigung vorliegt. Google Analytics übermittelt u.a. die vollständige IP-Adresse des Seitenbenutzers (= benutzerbezogene Angabe) an einen Dritten (Google). Und dies kann dem Datenschutz des Benutzers entgegenwirken. Denn die Einwilligung des Benutzers muss "bewusst" erfolgen (§ 13 Abs. 2 TMG) und Google Analytics verhält sich dazu anonym. Soll heißen, dass der Aufrufende gar nicht erst erfährt, dass eine solche Datenübermittlung stattfindet.

Auf der Seite

http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/fachbeitraege/google-analytics-datenschutzkonform-einsetzen/


finden sich gute  Tipps für den Webmaster, wie man trotz Verwendung von Google Analytics etwaige Rechtsverletzungen eventuell vorbeugen kann. Folgende Punkte werden u.a. erläutert:

  • Anonymisierung der IP-Adressen
  • Widerspruchsrecht der Betroffenen
  • angepasster Datenschutzhinweis
  • Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung, soweit pseudonyme Nutzungsprofile durch einen Auftragnehmer erstellt werden.
  • Getrennte Speicherung der pseudonymisierten Nutzungsprofile und sonstiger Daten mit Personenbezug

Allerdings ist dies kein Garant dafür, ob diese von Google angebotenen Anpassungen den Vorgaben der Aufsichtsbehörde genügen. (Bitte unbedingt das "Fazit" der oben verlinkten Seite beachten!)

Hier die Beschreibung von Google selbst zum Thema Tracking Code und wie man ihn zur Anonymisierung von IP-Adressen erweitern kann:

http://code.google.com/intl/de/apis/analytics/docs/gaJS/gaJSApi_gat.html


Interessant ist aber auch die Frage, ob man von einem Webseitenbetreiber  erwarten kann, überhaupt die hier erforderlichen rechtliche Kenntnisse (über Datenschutz und Google) bzw. technische Kenntnisse zu besitzen. Ich persönlich finde, hier sind die Grenzen langsam überschritten. Gesetzgeber oder Regierung müssen sich Strategien überlegen, wie der Webseitenbetreiber wieder mehr Rechtssicherheit bekommt.

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