Samstag, 1. Dezember 2012

Datenrettung auf Windows und Mac, Stand 2012 - Daten auf kaputten Datenträgern wiederherstellen

Kurze Anleitung, wie an Daten wieder herstellt, wenn man sie versehentlich gelöscht hat oder wenn die SD-Card (SD-Karte) oder Festplatte defekt wurde.

Beispiel für Freeware-Datenrettungsprogramm PhotoRec


Kurzfassung:

Es gibt Freeware, kostenpflichtige Software und Online-Dienste. Wer Freeware sucht, für den sieht es derzeit so aus:

  • Datenrettung auf Windows: Recuva, die derzeit beste Freeware, hilfsweise PhotoRec. Das bis vor kurzem favorisierte Programm PC Inspector funktioniert nicht mehr ab Windows 7
  • Datenrettung auf Mac OS: PhotoRec (nich nur für Multimedia-Dateien, also Bilder und Filme, sondern auch für 200 weitere Datenformate)

PhotoRec ist allerdings mehr für leicht fortgeschrittene Nutzer, da es ein Kommandozeilenprogramm ist.

Beide Programme können sogar auf vermurksten Festplatten oder SD-Karten die Daten wieder herstellen. Dazu wird der Datenträger komplett gescannt und soweit möglich, Bilder, Filme und andere Dateien rekonstruiert. Allerdings meist nicht mit ihrem ursprünglichen Dateinamen.


Alle anderen Freeware-Angebote haben meist einen Haken und laufen oft darauf hinaus, dass man eine PRO-Version kauft. Wer kommerziell arbeitet, sollte aber keine Zeit in die Suche nach Freeware investieren, denn der Zeitaufwand ist speziell bei diesem Thema frustrierend hoch und lohnt nicht die Ersparnis.

Der Vorgang kann eine oder mehrere Stunden dauern, das Ergebnis ist aber erstaunlich.

Es werden naturgemäß auch ältere, schon länger gelöschte Dateien rekonstruiert, sofern diese noch nicht überschrieben wurden. Denn beim Löschen werden die Daten auf dem Datenträger nicht wirklich gelöscht, sondern nur zum Überschreiben freigegeben.

Ist die SD-Card kaputt gegangen, dann sind die neuesten, noch nicht willkürlich gelöschten Dateien regelmäßig noch rekonstruierbar, da sie noch nicht überschrieben wurden.

Die hilfreichsten Anleitungen im Internet habe ich herausgefiltert und in die Literatur-Datenbank des User-Archivs eingetragen:



http://www.sysresccd.org/Online-Manual-DE

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.computerwoche.de/security/2366719/

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.macwelt.de/ratgeber/OS-X-Lion-Datenrettung-auf-dem-Mac-4956341.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.sysresccd.org/Quick-start-guide_DE

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.pc-erfahrung.de/windows/windows-7/datenrettung-und-wiederherstellung-unter-windows-7.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.heise.de/download/testdisk.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.zehn.de/die-10-besten-datenretter-739-0

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.computerbild.de/artikel/cb-Downloads-Tuning-System-Recuva-Tipps-Anleitung-5526832.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.supportnet.de/faqsthread/2366495

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.pc-magazin.de/ratgeber/verlorene-dateien-mit-data-recovery-wizard-free-retten-1277166.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.pc-magazin.de/ratgeber/workshop-verlorene-dateien-mit-recuva-retten-1277170.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.chip.de/bildergalerie/Recuva-So-retten-Sie-verloren-geglaubte-Daten-Galerie_39545470.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Resourcendownload


http://www.pc-magazin.de/ratgeber/8-tipps-so-retten-sie-verlorene-daten-1277022.html

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.cgsecurity.org/wiki/PhotoRec_Schritt_f%C3%BCr_Schritt

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Sonstige_Literatur


http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk_herunterladen

Rubrik: Sonstige Themen; Typ: Resourcendownload

 (Stand 1.12.2012; für aktuelle Abfragen benutze die Suchmaske auf www.user-archiv.de/suche.html)

Langfassung:

Mit der Rettung von Daten befasse ich mich zwangsläufig schon seit über 25 Jahren. Zwangsläufig, wie jeder Computernutzer.

Allerdings ändert sich die Lage alle paar Jahre. Die Entwicklung der Betriebssysteme bewirkt, dass Tools plötzlich nicht mehr funktionieren, oder es kommen bessere Programme auf den Markt. So muss ich mich alle paar Jahre wieder einarbeiten und recherchieren, welche Software geeignet ist.  DOS-Recovery-Programme wie UNDELETE funktionierten vor 22 Jahren, aber nicht heute.

Daher auch die Jahresangabe im Titel: Stand 2012.

Die Lösung ist mittels der beiden genannten Programme relativ einfach. Wer es aber nicht weiß, sucht sehr sehr lange.

Denn da das Thema verzweifelt oft gesucht wird, springen viele Anbieter auf den Zug, die Geld verdienen wollen.

Daher gibt es viele scheinbar freie Software, die aber bei näherem Hinsehen soviele Einschränkungen haben, dass man auf eine kostenpflichtige Pro-Version ausweichen muss. Außerdem werden sehr viele Webpräsenzen mit dem Namen "Datenrettung" versehen und dann lediglich ein paar affiliate-Werbe-Angebote von kostenpflichtigen Programmen mit kümmerlichen Basisinformationen kombiniert. Oder es wird ein normaler Service angeboten, was natürlich in Ordnung ist, allerdings für den Freeware-Suchenden nicht sofort erkennbar bleibt.

Auch der gelegentlich in Blogs genannte MiniTool Data Recovery ist in Wirklichkeit keine Freeware; lediglich die Windowsvariante (mit anderem Namen) desselben Herstellers gibt es als Freeware-Variante. Hier sollten Blogger ein bisschen vorsichtiger mit ihren Tipps sein.

Anleitung PhotoRec

Als Beispiel die Datenrettung aus einer defekten SD-Card, die mittels Canon-Kamera Filme und Bilder enthalten hatte.


PhotoRec läuft auf allen Plattformen, also Windows, Mac, Linux etc.

PhotoRec versucht, verloren gegangene oder versehentlich gelöschte Dateien und Archive auf Laufwerken, CDs oder Speicherkarten wiederherzustellen. Die Software  greift zudem direkt auf den internen Speicher unterstützter Digitalkameras zu, um auch dort nach zuvor gelöschten Fotos zu suchen. Bei der Wiederherstellung ignoriert das Tool komplett das Dateisystem und stöbert nur nach den darunter liegenden Dateien. Dadurch kann es - laut Hersteller - sogar auf beschädigten und formatierten Datenträgern noch Daten finden.

Um die geretteten Daten zu schützen, arbeitet PhotoRec von vornherein nur im Read-Only-Modus, es schreibt also zu keiner Zeit irgendwelche Daten auf die jeweiligen Datenträger.
Entgegen dem missverständlichen Namen kann das Tool nicht nur Bilder und Filme rekonstruieren, sondern erkennt gut 200 Datenformate!


Das Programm installiert sich nicht, sondern ist sofort lauffähig in dem (extrahierten) Ordner mit dem Namen testdisk. Das liegt daran, dass PhotoRec zusammen mit dem vorher entwickelten TestDisk als Bundel zur Verfügung gestellt und herunter geladen wird.

Einfach auf PhotoRec klicken.



Es öffnet sich das "Terminal" und das Programm startet als so genanntes Kommandozeilenprogramm,kann alsonicht mit der Maus bedient werden. Keine Angst, es ist nicht so schlimm. Bestätigen sie bei den jeweils kommenden Auswahlen die voreingestellte Auswahl mit Enter. Ausnahme: Der Zielort - den wollen Sie vielleicht ändern. Nicht mit der Maus, sonder nmit den Pfeiltasten und mit Enter arbeiten.

Irgendwann beginnt er mit der Arbeit.

Die hier angegebene Estimated Time erhöht sich laufend, da er immer mehr Dateien entdeckt. Allerding handelt es sich um eine 31GB-SD-Card und ich wollte alles wiederherstellen.

Gehen Sie jetzt Kaffee trinken und lassen Sie den PC die nächsten Stunden arbeiten. Die voraussichtliche Zeit wird angezeigt






So lange hat es dann doch nicht gedauert. Ein Mac Pro mit 12 GB arbeitet schon ein bisschen schneller.


Ich hatte bei den Voreinstellungen einen Parameter geändert; ich wollte nämlich ALLE rekonstruierbaren Dateien auf der SD-Karte wiederhergestellt haben. Sicher ist sicher. Am Ende hatte ich einen Ordner mit 750 Dateien. Mittels Picasa oder Vorschaufunktion hatte ich schnell die wirklich neuen Bilder isoliert.

Die Dateinamen wurden von dem Recovery-Programm vergeben. Originaldateinamen wären gewesen: IMG_4327.jpg etc.

Die Dateien wurden unter dem Aufnahmedatum als Dateidatum abgespeichert; nur einige Dateien wurden mit dem aktuellen Datum versehen. Das waren im wesentlichen die thumbnails und die MOV-Filme. Insgesamt also ein sehr bequemes Ergebnis. Das Tutorial im PhotoRec-Wiki über die Weiterbearbeitung der Ergebnisse waren völlig unnötig (und abschreckend).





Kontrolle der Datumsangaben mit Hilfe der EXIF-Daten via Picasa-Software (meine Betrachtersoftware auf meinem PC)


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