Mittwoch, 26. April 2017

Das EUGH-Urteil zur Medienbox "filmspeler"

Aktueller Aufreger zum Thema Streaming illegaler Inhalte ist das EUGH-Urteil, Aktenzeichen C‑527/15 vom 26. April 2017, Brein gegen Wullems

Es betrifft den Vertrieb einer Medienbox namens "filmspeler"

Aus dem Urteil wird von den Medien herausgelesen, dass 

a) der Vertrieb der Box gleichbedeutend mit einer öffentlichen Wiedergabe geschützter Inhalte ist (also urheberrechtswidrig ist)

b)  das reine Ansehen mit Streaming von geschützten Inhalten urheberrechtswidrig sei (oder sein kann)

Letzteres ist nicht so selbstverständlich, wie es manche Journalisten darstellen. Der EUGH stellt nur klar, dass speziell das Streamen illegaler Inhalte (speziell mit dieser Box) nicht von der Ausnahmebestimmung gedeckt ist, die  dem deutschen 44a UrhG entspricht (im Urteil ist von
Art. 5 Abs. 1 und 5 der EU-Richtlinie 2001/29 die Rede).

Das war eigentlich bis jetzt auch klar, denn die Ausnahmebstimmung soll klarstellen, dass jedenfalls das Ansehen von legalen Inhalten kein Kopieren (kein Vervielfältigen) im Sinne des Urheberrechts ist. Damit blieb das Ansehen von illegalen Kopien (z.B. auch über youtube) immer noch im Graubereich, es ist also weiterhin unklar, ob das bisschen Zwischenspeichern im Arbeitsspeicher einem Kopieren einer Datei ("Vervielfältigung") entspricht. 

Wer von schlampigen Reportagen genervt ist und die Original-Quellen sucht, findet sie nachfolgend (und das ist der eigentliche Zweck dieses Artikels): 
Wo findet man das Original-Urteil und Pressemitteilung des EUGH?



Das Urteil in deutscher Fassung:

http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf;?text=&docid=190142&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1&cid=359202

Die Pressemitteilung in deutscher Fassung:

http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2017-04/cp170040de.pdf

Donnerstag, 20. April 2017

DMOZ - das Open Directory Projekt ist Geschichte

Das Open Directory Project (ODP oder auch "dmoz.org" genannt)  wurde vor ein paar Wochen eingestellt - am 17. März 2017, um genau zu sein. 

Es existierte von 1998 bis 2017. Rund 4 Millionen Einträge und angeblich 90.000 ehrenamtliche Editoren hatte es zuletzt. Andere Artikel sprechen aber nur von mehreren 100 Redakteuren, die aktuell am Projekt arbeiteten.

(Screenshot von dmoz.org vom 20.04.2017)


Um ehrlich zu sein, ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so lange durchsteht. Aber das dachte ich auch bei Wikipedia nicht. Hätte dmoz weiter existieren können?

Nun, der letzte "Betreiber", die AOL, hat in einer kurzfristigen Entscheidung im Februar 17 beschlossen, das Projekt zu beenden - ohne dass bis heute die Gründe dafür bekannt sind (das erinnert mich an die traurige Entwicklung zu Winamp von shoutcast, das zuletzt von AOL betrieben und 2013 fallengelassen wurde).


Montag, 10. April 2017

Sonderzeichen-Probleme Dropbox ZIP-Download

Hier ist die Lösung zu einem lästigen dropbox-Problem:

 Beim Download ganzer Ordner von dropbox wird manchmal eine ZIP-Datei heruntergeladen, die nach dem Entpacken vermurkste Sonderzeichen zeigt. Die Texte sind unbrauchbar.

Ursache: die in dropbox gesicherten Dateien wurden auf einem Apple-Mac erstellt und gespeichert und von einem Windows-Computer heruntergeladen und entpackt.

Auf dem Mac erstellte Dateien können zwar eigentlich problemlos auf Windows-PCs verwendet werden. Das Problem ist der Umweg über die ZIP-Datei, genauer genommen, der in Windows eingebaute Entpacker, der mit Unicode-Sonderzeichen nicht klar kommt.

Die Lösung ist einfach: die ZIP-Datei nach dem Download mit 7zip entpacken, statt mit dem windows-eigenen Entpacker. Dann klappt alles.

7zip ist Freeware.

Übrigens: Nach dem Entpacken sieht man einen zusätzlichen Ordner mit Namen "_macosx". Diese Ordner könnt Ihr getrost ignorieren und löschen.

Wordpress und Mac-ZIP-Dateien:

Nutzt man in Wordpress ZIP-Dateien, kann es ebenfalls Probleme geben, wenn man die auf einem Mac kompromierte ZIP-Datei verwenden will. Dort stören dann gewisse Elemente, u.a. der _macosx-Ordner, Wordpress kann damit nichts anfangen.

Eine Lösung hierzu bietet Holger Koenemann in seinem Aufsatz:

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